Posts mit dem Label Japan in the News werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Japan in the News werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

12. Dezember 2008

Betonmischer

Japan befindet sich in der Rezession. Der derzeitige Premierminister Aso macht bereits nach gut zwei Monaten auf lame duck.

Da verwundert es kaum, dass die Verwaltung durch die Situation mal wieder in altbekannter Weise auf sich aufmerksam macht. Wohl um ihre eigenen Arbeitsplätze zu sichern, wird mal eben eine "Studie" aus der Schublade gekramt, um in den nächsten Jahren zusätzliche Betonmischer anzuwerfen und auch noch die letzten unberührten Orte auf der Insel zu verunstalten.

Ministry: 100 new dams needed to halt floods


Wie schon in der Vergangenheit mehrmals geschehen, wird der staatliche Infrastrukturapparat einen oder zwei Gänge höher geschaltet, um in schlechten Zeiten das Land am Laufen zu halten. Das ganze Land ist mittlerweile voll mit sinnlosen und vor allem relativ hässlichen Bauwerken.

Wenn man "Dogs and Demons" von Alex Kerr gelesen hat, weiss man auch, dass das "land ministry" eines der schlimmsten Vertreter seiner Art ist - und man sich wirklich fragen muss, warum hier nicht mehr Widerstand von Seiten der Bevölkerung kommt.

Jetzt wollen sie also 100 zusätzliche Dämme bauen, damit jeder noch so kleine Bergbach für den Fall der Fälle vorbereitet ist und alle Eichhörnchen ja eine eventuelle Jahrtausendflut überstehen.

Im Artikel wird sogar ein Professor der Universität Kyoto zitiert, der anstatt zusätzlicher Dämme lieber noch mehr befestigte Ufer sehen will - dabei sind doch schon alle Flüsse in Beton gebettet und zu kläglichen Kanälen umgewidmet worden.

Alles sehr, sehr grotesk...

29. November 2008

Japan in the News

Gestern abend war ich mal wieder etwas verdutzt.

In den Hauptnachrichten ging es neben den beiden Brennpunkten Thailand und Indien um eine Geschichte, in der berichtet wurde, dass 331 zukünftige japanische Universitätsabgänger nicht wie geplant im April nächsten Jahres ihre erste Stelle in einer Firma beginnen können. Und zwar, weil diese Firmen nach dem Vertragsabschluss pleite gegangen sind.

Richtig gelesen, 331 Leuten wurden die versprochene Stelle gestrichen. In Japan werden die Leute im Übrigen schon ein Jahr vor dem eigentlichen "Uni-Abschluss" eingestellt. Und in diesem Jahr herrscht wohl zum ersten Mal seit 2001 keine Vollbeschäftigung mehr.

http://www.asahi.com/english/Herald-asahi/TKY200811280228.html

Eine Geschichte wie diese würde wohl in Deutschland noch nicht einmal in den Regionalnachrichten auftauchen, wenn man sich mal vor Augen hält, dass bei uns über einen Lehrstellenmangel diskutiert wird, der in die Zehntausende geht.

Vielleicht liegt das "Problem" in Japan auch ganz woanders, da braucht man sich nur die ziemlich lustigen Werbespots der Firma Nanyo anschauen, deren Kernaussage ist: "do it with a machine” (instead of using human labor).

5. Juni 2008

Japan in the News #6

Die Japanische Regierung veröffentlicht mal wieder auf sehr eigene Weise "Ratschläge" an ihre Bevölkerung.

Speed up bathing and save energy

So sollen die Japaner - um Strom zu sparen - schneller ihr tägliches Bad nehmen. Und zwar genau eine Minute kürzer, wie Reuters berichtet. Dies wird es dann wohl ausmachen - anstelle von 30 Minuten nur noch 29 Minuten baden. Anstatt es wie die Australische Regierung zu machen. Die hat vor Jahren, um Wasser zu sparen, das Paar-Duschen verordnet. Hier wird ganz seicht in die "schlechten" Gewohnheiten eingegriffen. Sollen sie halt mit der übertriebenen Reinlichkeitsprozedur abschließen und einfach wasser- und stromsparend duschen! Fertig. Schluss. Aus. Kultur und Tradition futsch, dafür einen Teil des Planeten gerettet.

Reuters berichtet weiter, dass laut der Regierung in Europa Strom hauptsächlich für Klimaanlagen und Heizung ausgegeben wird, ganz im Gegensatz zu Japan! Häh? Lebe ich hier nicht im Land der Klimaanlagen und nichtvorhandenen Isolierungen? Glaubt doch kein Mensch, dass Japan eines der Energie-effizientesten Länder sein soll. Überhaupt, die halbwegs tragbare Energiebilanz kommt doch nur zu Stande, weil die halbe Bevölkerung in 5qm-großen Schuhkartons hausen muss. Die zudem im Winter nicht vernünftig geheizt werden können, da die ganze Wärme eh gleich durch die undichten Fenster entweichen und darum nicht zu bezahlen wäre. Daher, ein Land wie Gjhbjwe in Zentralafrika wäre von daher gesehen auch als energieeffizient zu bezeichnen...

Irgendwie scheint die Japanische Regierung anders zu messen....oder gibt Informationen heraus, deren Wahrheitsgehalt sehr zu bezweifeln ist.....kann aber auch sein, dass sie einfach ein paar Stromrechnungen "verloren" hat und die nicht mehr aufaddiert hat. Im Verlieren von Dingen sind die hier ja Weltmeister, alles kommt weg, Renteneinzahlungsbelege, Drogenkoffer, demnächst sicherlich auch meine gerade erst abgegebenen Fingerabdrücke...

Zum Thema passt eigentlich ganz gut das Ergebnis einer Umfrage, das neulich in der Zeitung war:


Kurz: Der gemeine Tokioter ist eine Umweltsau - nichts Neues für mich, hätte ich auch ohne Umfrage so vermutet.

25. März 2008

Japan in the News #5

Höflichkeits-Polizei für die Japaner:
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2008/03/19/wjapan119.xml

Flughafenmitarbeiter können nicht für die Sicherheit garantieren und schieben Verantwortung in Richtung Fluggesellschaften ab.
http://www.breitbart.com/article.php?id=D8VMOS2G1&show_article=1


In Japan "graduiert" man vom Kindergarten:
http://mdn.mainichi.jp/national/news/20080315p2a00m0na021000c.html

19. Februar 2008

Japan in the News #3

Group blind dates could save Japan
http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/fd20080210t1.html

Die Japaner produzieren zu wenige Kinder, und irgendwie schaffen die jungen Menschen es nicht, einen Lebenspartner zu finden.

Jetzt kommen Gruppen-Blind-Dates in Mode, wobei die Erfolgsquote theoretisch höher sein dürfte, als bei normalen Blind-Dates.

Meine Meinung dazu: Die jungen well-educated und open-minded Japanerinnen treffen auf die gesellschaftlich in längst vergangenen Prinzipien und Weltordnungen gefangenen jungen japanischen Workoholics - kein Wunder, dass da nix zusammen geht.


Underwater Train to South Korea
http://newsinfo.inquirer.net/breakingnews/world/view/20080215-119157/Japanese-lawmakers-eye-underwater-train-to-South-Korea

Japan ("Senior Japanese lawmakers" - also die Verwaltung) ist mal wieder auf der Suche nach Projekten, die ihren Construction-State ankurbeln könnten. Jetzt überlegen die schon wieder, einen Tunnel nach Korea zu bauen. Als Vergleich wird der Euro-Tunnel rangezogen - als ob der geholfen hätte, die Insel näher an Europa zu binden. übrigens kommen auch in Japan gerade Budget-Airlines in die Mode, genügend verlassene amerikanische Flughäfen gibt es auch. Wer braucht denn da noch einen Unterwassertunnel?

Sehr schön finde ich die (wohl ungewollte) Doppeldeutigkeit der Aussage "Concrete steps will be discussed in the future" - es geht also nur um das Eine - Beton, Beton, Beton!

5. Januar 2008

Japan in the News #2

"Man injured in car accident dies after 5 hospitals refuse to treat him"
Quelle: Mainichi Newspaper

"Elderly woman dies after 30 hospitals refuse to accept her"
Quelle: Mainichi Newspaper

Meldungen dieser Art liest man in Japan immer wieder. Da kommt es auch sehr oft vor, dass schwangere Frauen, obwohl kurz vor der Entbindung, bei dutzenden Krankenhäusern abgelehnt werden. Die wahren Gründe dieser katastrophalen Organisation bleiben im Halbdunklen....

30. Dezember 2007

Japan in the News #1

Über das japanische Pressewesen kann man wohl streiten, so richtig kritisch sind die Medien hier nicht, zum Teil werden einfach die "offiziellen" Pressemitteilungen weitergegeben, ohne diese zu überprüfen. Da kann man natürlich sehr schnell mal daneben liegen, vor allem was Statistiken und Zahlen von seiten der Regierung und Administration angeht. Die sind nämlich nicht verpflichtet, wahrheitsgemäße Werte rauszugeben, geschönte Statistiken zum Wohl des Landes sind hier weiterhin an der Tagesordnung. Kaum zu glauben, oder?

Eine wöchentliche Zusammenfassung der obskursten Meldungen gibt es hier: http://www.metropolis.co.jp/tokyo/recent/smallprint.asp

Aber auch sonst gibt es Interessantes zu berichten:

71% of foreign tourists enticed by Japan's food

Laut einer Umfrage kommen 71% der ausländischen Touristen wegen der japanischen Köstlichkeiten nach Japan, 49% suchen nach traditioneller japanischer Architektur (denen wünsche ich viel Glück beim Suchen…..). Dass den “food-geilen” Japanern dieses Ergebnis gefällt, ist wohl offensichtlich. Ist aber auch keine große Überraschung, welchen Grund hätte man sonst angeben sollen, “Tokyo Disneyland” (lange Zeit der einzige Grund für die Chinesen, nach Japan zu kommen, die haben jetzt ihr eigenes Disneyland, und fallen somit als Touristen weg), “Getränkeautomaten” (statistisch kommt in Tokio ein Automat auf 30 Einwohner...)) oder “betonierte Flussläufe” (habe ich schon mal erwähnt, dass alle der größten 133 Flüsse in ein Betonbett gezwängt wurden, da es ja statistisch alle x-hundert Jahre mal eine Überschwemmung geben könnte?).

http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/20071219TDY02301.htm

Windows to get insulation star rating

Was ich seit einem Jahr am eigenen Leib erfahre, wird jetzt endlich von Regierungsseite angegangen – Japan soll moderne Fenster bekommen. Na ja, laut einer Studie wird im Winter 60% der Wärme durch die prähistorischen, nicht isolierten Fenster verloren. Dies ist unter Kyoto-Protokoll-Bedingungen natürlich nicht zu verkraften, also gibt es ab April ein Energie-Sterne-System, welches den Isolierungsgrad angeben soll. Anstatt einfach generell mindestens Doppelverglasung und luftdichte Isolierung vorzuschreiben - aber immerhin ein Schritt in Richtung Gegenwart.

http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/20071228TDY01301.htm