8. Juni 2008

Fuji Go-Ko #3

Apropos Fuji - auch wenn man sich in unmittelbarer Nähe befindet, so richtig zeigen will er sich nie, wir haben ihr leider immer nur ansatzweise sehen könne....







mehr war nicht drin...

Fuji Go-Ko #2

Oshino Hakkai - das sind acht kleine Teiche mit kristallklarem Quellwasser - Wakuike, Deguchiike, Okamaike, Nigoriike, Sokonukeike, Kagamiike, Cyousiike, and Syobuike.

So klares Wasser bekommt man wohl selten zu sehen, es gibt "Legenden" dass es sich bei dem Quellwasser um geschmolzenes Eis vom Mount Fuji handele, welches nicht weniger als 80 Jahre benötigt, um hier wieder ans Tageslicht zu treten.





In den kleinen Teichen schwimmen Forellen rum, die man auch bis auf 5 Meter tiefe glasklar erkennen kann.





Um die Teiche hat sich die gewöhnliche Tourismusinfrastruktur aufgebaut, an einen Tümpel kommt man zum Beispiel erst ran, wenn man durch ein Souvenierladen gelaufen ist.

















Fuji Go-Ko #1

Dieses Wochenende haben wir einen Ausflug zu den fünf Seen um den Fuji-San gemacht.

Ausgestattet mit einem schicken kleinen Leihwagen haben wir uns bereits früh morgens um 8:30 Uhr auf die etwas 100km lange Reise gemacht - und mit uns halb Tokio! Auf jeden Fall war die Autobahn voll und wir haben ganze 3 Stunden gebaucht. Autobahn in Japan ist irgendwie anders...

Die fünf Seen in der Wiki-Erläuterung:

Die Fünf Fuji-Seen (jap. 富士五湖 Fuji goko) liegen in einem Bogen um die nördliche Hälfte des Fujisan in der Präfektur Yamanashi in Japan.

Die Seen sind:

* Kawaguchi-See (bei Fujikawaguchiko)
* Motosu-See (bei Kamikuishiki)
* Westsee (Saiko)
* Shoji-See (bei Kamikuishiki)
* Yamanaka-See (bei Yamanakako)

Alle fünf bieten einen schönen Blick auf den Fujisan, besonders im Frühjahr und im Herbst, wenn Schnee Teile des Gipfels bedeckt. Die Seen befinden sich in ländlichen Gegenden und es gibt viele Möglichkeiten zum Camping, Bootfahren, Angeln.


Hier die passende Karte samt unserer 2-tägigen Tour:



View Larger Map

An der Autobahnausfahrt sieht man allerdings zuerst einmal nix von den versprochenen "schönen Blick auf den Fujisan" - denn die Japaner haben es sich nicht nehmen lassen, hier einen riesigen Vergnügungspark mit unglaublich wild-aussehenden Achterbahnen hinzustellen. Der Fuji-Q Highland Park verschandelt allerdings nicht nur die Landschaft, sondern ist bei den Japaner sehr bekannt und beliebt.

Die Gegend um die Seen kann man sicherlich mit Kärnten und den ganzen Seen in Österreich vergleichen, nur, dass dieses Gebiet hier nur begrenzt touristisch erschlossen ist. Anscheinend reizt die pure Natur nicht mehr, was auch den scheußlichen Freizeitpark "erklären" würde.

Fujikawaguchiko - Lake:







Wie gesagt, Idylle pur.





Nah gut, ein paar Ruinen ("haikyo" im japanischen) gibt es auch hier:



Shojiko - Lake



Hier wird hauptsächlich geangelt - wie an allen Seen. Allerdings haben wir während der zwei Tage keinen einzigen Fang zu Gesicht bekommen....







Lake Motosuko

Dieser See versprüht wirklich das Flair vulkanischen Ursprungs.









Lake Yamanakako haben wir ausgelassen und um den Saiko-Lake sind wir nur rumgefahren ohne anzuhalten.

Teil zwei der Reiseberichts kommt die Tage...

5. Juni 2008

Japan in the News #6

Die Japanische Regierung veröffentlicht mal wieder auf sehr eigene Weise "Ratschläge" an ihre Bevölkerung.

Speed up bathing and save energy

So sollen die Japaner - um Strom zu sparen - schneller ihr tägliches Bad nehmen. Und zwar genau eine Minute kürzer, wie Reuters berichtet. Dies wird es dann wohl ausmachen - anstelle von 30 Minuten nur noch 29 Minuten baden. Anstatt es wie die Australische Regierung zu machen. Die hat vor Jahren, um Wasser zu sparen, das Paar-Duschen verordnet. Hier wird ganz seicht in die "schlechten" Gewohnheiten eingegriffen. Sollen sie halt mit der übertriebenen Reinlichkeitsprozedur abschließen und einfach wasser- und stromsparend duschen! Fertig. Schluss. Aus. Kultur und Tradition futsch, dafür einen Teil des Planeten gerettet.

Reuters berichtet weiter, dass laut der Regierung in Europa Strom hauptsächlich für Klimaanlagen und Heizung ausgegeben wird, ganz im Gegensatz zu Japan! Häh? Lebe ich hier nicht im Land der Klimaanlagen und nichtvorhandenen Isolierungen? Glaubt doch kein Mensch, dass Japan eines der Energie-effizientesten Länder sein soll. Überhaupt, die halbwegs tragbare Energiebilanz kommt doch nur zu Stande, weil die halbe Bevölkerung in 5qm-großen Schuhkartons hausen muss. Die zudem im Winter nicht vernünftig geheizt werden können, da die ganze Wärme eh gleich durch die undichten Fenster entweichen und darum nicht zu bezahlen wäre. Daher, ein Land wie Gjhbjwe in Zentralafrika wäre von daher gesehen auch als energieeffizient zu bezeichnen...

Irgendwie scheint die Japanische Regierung anders zu messen....oder gibt Informationen heraus, deren Wahrheitsgehalt sehr zu bezweifeln ist.....kann aber auch sein, dass sie einfach ein paar Stromrechnungen "verloren" hat und die nicht mehr aufaddiert hat. Im Verlieren von Dingen sind die hier ja Weltmeister, alles kommt weg, Renteneinzahlungsbelege, Drogenkoffer, demnächst sicherlich auch meine gerade erst abgegebenen Fingerabdrücke...

Zum Thema passt eigentlich ganz gut das Ergebnis einer Umfrage, das neulich in der Zeitung war:


Kurz: Der gemeine Tokioter ist eine Umweltsau - nichts Neues für mich, hätte ich auch ohne Umfrage so vermutet.

6. Mai 2008

Hitsuji-Yama Park

Jetzt wird es PINK.

Wenn man täglich in Tokyo mit der U-Bahn zur Arbeit pendelt, kann man sich wohl einfach irgendwann nicht mehr wehren, den Verlockungen von bunten Werbebannern zu verfallen. In den ersten Monaten des Jahres bekommt man vor allem die pinken Blumenlandschaften des Hitsuji-Yama Park in Chichibu, einem Ort 90 Minuten nord-westlich von Tokio, zu sehen.

Auf 11.700 Quadratmetern gibt es hier verschiedene Varianten der Shibazakura (Moss Phloxes, Flammenblume) zu bestaunen.

Dieses Jahr haben auch wir endlich einmal diesen Ausflug gemacht. Am Bahnhof wurden wir bereits von den uns wohl-bekannten Bildern begrüßt.



Vom Bahnhof aus war es dann ein gut 15-minütiger Spaziergang bis zum Park. Alleine waren wir nicht, so dass wir nicht wirklich nach dem Weg fragen mussten, sonder uns einfach nur mit der Masse bewegen kannten.

Auf halber Strecke kamen wir an diesem Gebrauchtwagenhändler vorbei, der auf seine Art und Weise einen visuellen Brückenschlag zum pinken Blumenpark zu schlagen versuchte - oder einfach nur an einer völligen Geschmacksverirrung lit.



Bevor wir zum eigentlichen Park vordringen konnten, mussten wir durch eine Art "Auffanglager" - so sah es auf jeden Fall aus. Ganz im Gegensatz zu den malerischen Anpreisungen auf den Werbebildern hatte dieser schäbige Rummelplatz nicht gemein mit der Ästhetik der Blumenbeete.









Hier sitzen die lieben Japaner wieder einmal unter ihren so geliebten blauen Plastikplanen - hier kommt man sich auf einmal vor, wie im falschen Film. Das haben mir die Werbebilder nicht erzählt! Aber dies scheint wohl Ausdruck der gegenwärtigen Kultur in Japan zu sein - nicht wirklich konform mit all dem bekannten High-Tech, der kulturellen Hochkultur vergangener Tage - einfach Japan heute.

Der Blumenpark an sich war dann ganz nett anzuschauen, etwas sehr pink, aber schlussendlich genau das, was man schon auf den Fotos zu sehen bekam.



Ursprünglich eingebettet in die Natur und vor der Kulisse des dahinterliegenden Gebirges, sieht der Berg heute so aus, als hätten die Jungs den von oben herab "abgebaut" um ihre zwei am Ortseingang dominant platzierten und heute nahe am Status "Ruine" liegenden Zementfabriken zu beliefern.







Wie gesagt, alleine waren wir nicht.



Im Park selbst dreht sich dann alles um das perfekte Foto.





Eventuell das hier?



Oder dieses?



Vor allem kleine Kinder sind hier richtig im Stress.




(im Bild, der bisher schlimmste englische T-Shirt-Spruch: "Ich bin glücklich, wenn ich eine Kartoffel esse." - sowas würde ich meinen Eltern nie verzeihen können....)











Schon pink, oder?

Stellt sich die Frage, ob in Deutschland oder Holland jedes Tulpen- oder Rosenfeld als touristisches Ereignis durchgehen könnte.