5. Juni 2008

Japan in the News #6

Die Japanische Regierung veröffentlicht mal wieder auf sehr eigene Weise "Ratschläge" an ihre Bevölkerung.

Speed up bathing and save energy

So sollen die Japaner - um Strom zu sparen - schneller ihr tägliches Bad nehmen. Und zwar genau eine Minute kürzer, wie Reuters berichtet. Dies wird es dann wohl ausmachen - anstelle von 30 Minuten nur noch 29 Minuten baden. Anstatt es wie die Australische Regierung zu machen. Die hat vor Jahren, um Wasser zu sparen, das Paar-Duschen verordnet. Hier wird ganz seicht in die "schlechten" Gewohnheiten eingegriffen. Sollen sie halt mit der übertriebenen Reinlichkeitsprozedur abschließen und einfach wasser- und stromsparend duschen! Fertig. Schluss. Aus. Kultur und Tradition futsch, dafür einen Teil des Planeten gerettet.

Reuters berichtet weiter, dass laut der Regierung in Europa Strom hauptsächlich für Klimaanlagen und Heizung ausgegeben wird, ganz im Gegensatz zu Japan! Häh? Lebe ich hier nicht im Land der Klimaanlagen und nichtvorhandenen Isolierungen? Glaubt doch kein Mensch, dass Japan eines der Energie-effizientesten Länder sein soll. Überhaupt, die halbwegs tragbare Energiebilanz kommt doch nur zu Stande, weil die halbe Bevölkerung in 5qm-großen Schuhkartons hausen muss. Die zudem im Winter nicht vernünftig geheizt werden können, da die ganze Wärme eh gleich durch die undichten Fenster entweichen und darum nicht zu bezahlen wäre. Daher, ein Land wie Gjhbjwe in Zentralafrika wäre von daher gesehen auch als energieeffizient zu bezeichnen...

Irgendwie scheint die Japanische Regierung anders zu messen....oder gibt Informationen heraus, deren Wahrheitsgehalt sehr zu bezweifeln ist.....kann aber auch sein, dass sie einfach ein paar Stromrechnungen "verloren" hat und die nicht mehr aufaddiert hat. Im Verlieren von Dingen sind die hier ja Weltmeister, alles kommt weg, Renteneinzahlungsbelege, Drogenkoffer, demnächst sicherlich auch meine gerade erst abgegebenen Fingerabdrücke...

Zum Thema passt eigentlich ganz gut das Ergebnis einer Umfrage, das neulich in der Zeitung war:


Kurz: Der gemeine Tokioter ist eine Umweltsau - nichts Neues für mich, hätte ich auch ohne Umfrage so vermutet.

6. Mai 2008

Hitsuji-Yama Park

Jetzt wird es PINK.

Wenn man täglich in Tokyo mit der U-Bahn zur Arbeit pendelt, kann man sich wohl einfach irgendwann nicht mehr wehren, den Verlockungen von bunten Werbebannern zu verfallen. In den ersten Monaten des Jahres bekommt man vor allem die pinken Blumenlandschaften des Hitsuji-Yama Park in Chichibu, einem Ort 90 Minuten nord-westlich von Tokio, zu sehen.

Auf 11.700 Quadratmetern gibt es hier verschiedene Varianten der Shibazakura (Moss Phloxes, Flammenblume) zu bestaunen.

Dieses Jahr haben auch wir endlich einmal diesen Ausflug gemacht. Am Bahnhof wurden wir bereits von den uns wohl-bekannten Bildern begrüßt.



Vom Bahnhof aus war es dann ein gut 15-minütiger Spaziergang bis zum Park. Alleine waren wir nicht, so dass wir nicht wirklich nach dem Weg fragen mussten, sonder uns einfach nur mit der Masse bewegen kannten.

Auf halber Strecke kamen wir an diesem Gebrauchtwagenhändler vorbei, der auf seine Art und Weise einen visuellen Brückenschlag zum pinken Blumenpark zu schlagen versuchte - oder einfach nur an einer völligen Geschmacksverirrung lit.



Bevor wir zum eigentlichen Park vordringen konnten, mussten wir durch eine Art "Auffanglager" - so sah es auf jeden Fall aus. Ganz im Gegensatz zu den malerischen Anpreisungen auf den Werbebildern hatte dieser schäbige Rummelplatz nicht gemein mit der Ästhetik der Blumenbeete.









Hier sitzen die lieben Japaner wieder einmal unter ihren so geliebten blauen Plastikplanen - hier kommt man sich auf einmal vor, wie im falschen Film. Das haben mir die Werbebilder nicht erzählt! Aber dies scheint wohl Ausdruck der gegenwärtigen Kultur in Japan zu sein - nicht wirklich konform mit all dem bekannten High-Tech, der kulturellen Hochkultur vergangener Tage - einfach Japan heute.

Der Blumenpark an sich war dann ganz nett anzuschauen, etwas sehr pink, aber schlussendlich genau das, was man schon auf den Fotos zu sehen bekam.



Ursprünglich eingebettet in die Natur und vor der Kulisse des dahinterliegenden Gebirges, sieht der Berg heute so aus, als hätten die Jungs den von oben herab "abgebaut" um ihre zwei am Ortseingang dominant platzierten und heute nahe am Status "Ruine" liegenden Zementfabriken zu beliefern.







Wie gesagt, alleine waren wir nicht.



Im Park selbst dreht sich dann alles um das perfekte Foto.





Eventuell das hier?



Oder dieses?



Vor allem kleine Kinder sind hier richtig im Stress.




(im Bild, der bisher schlimmste englische T-Shirt-Spruch: "Ich bin glücklich, wenn ich eine Kartoffel esse." - sowas würde ich meinen Eltern nie verzeihen können....)











Schon pink, oder?

Stellt sich die Frage, ob in Deutschland oder Holland jedes Tulpen- oder Rosenfeld als touristisches Ereignis durchgehen könnte.

28. April 2008

Kobe - Stadt

Hier ein paar visuelle Eindrücke aus Kobe.

Es gibt in Kobe sehr eigenwillige Architektur aus der Bubble-Zeit:


Die überdachte Hauptstraße als Einkaufsparadies:





Parallel hierzuverläuft China-Town (ohne Dach, die Chinesen müssen im Regen sehen...):


Und am Hafen hat man geschickter Weise gleich mehrere hässliche Autobahnen übereinander gebaut. So kann man von der Stadt aus weder das Meer sehen, noch vom Ufer die Stadt und das dahinter liegende Gebirge - großes Kino ihr Straßenbauexperten!









Im Hafenviertel steht der Fernsehturm (halbwegs bekannt):





Kobe Maritime Museum (das Dach zumindest):



Von den Parks am Ufer aus gesehen eröffnet sich einem dann folgender Blick:







Dann doch lieber ins nix schauen:



Ach ja, ein paar historische Gebäude stehen hier auch (noch) rum:





Wenigstens die Blumenkörbe an der Straßenlaternen hatten 'was:





Meiner Meinung nach haben die Stadt- und Verkehrsplaner (bzw. Verkehrsbauer) der Stadt viel mehr geschadet als so manch anderes Ereignis in der Geschichte....


2008.04 Kobe

Kobe - Port Island

Laut Wikipedia:

"Port Island (jap. ポートアイランド , Pōto Airando, auch Kōbe Portpia) ist eine künstliche Insel in Kōbe, Japan. Der ältere nördliche Teil wurde zwischen 1966 und 1980 gebaut und mit der Ausstellung „Port Pier '81“ offiziell eröffnet. Der südliche Teil („2nd Stage“) war von 1986 bis 2005 im Bau und ist für Industrieanlagen und Business Parks gedacht.

In der Mitte der Insel befindet sich eine Wohnsiedlung, die aus mehreren großen Wohnblocks inklusive kompletter Infrastruktur zur Versorgung der hier ansässigen Bevölkerung besteht und auch mehrere Hotels, Museen und Ausstellungs-, Sport- und Messehallen bietet. Der äußere Teil wird dominiert durch Hafenanlagen, vor allem Lagern, Containerverladestationen und Schiffsanlegestellen. Mehrere Parks lassen die Insel grün erscheinen. Der neuere, südliche Teil der Insel ist noch weitgehend unbebaut. Neben weiteren Hafenanlagen und einem modernen Industriegebiet sollen hier ein großer medizinischer Technologie- und Fertigungspark, die Kobe International Multimedia Entertainment City und das Kobe International Business Center entstehen.

Ein "Portopia Land" genannter Vergnügungspark wurde im März 2006 nach 25-jährigem Bestehen geschlossen und abgebaut.
An dessen Stelle hat im April 2008 der zuvor erwähnte IKEA-Markt eröffnet.

Hier ein paar Bilder von der Masterplan-Insel nach japanischer Machart:



Ich verkneife mir dieses Mal jeden Kommentar....

25. April 2008

TV Werbung

Auch wenn ich nicht wirklich viel (japanisches) Fernsehen mitbekomme - zwei Werbespots laufen derzeit doch rauf und runter (bekomme ich mit, wenn ich meine tolle Xbox360 anschalte, um Assassin's Creed zu spielen....).

Zum einen ist das ein Spot von Lawson, der größten Convenience-Store-Kette. Aussage: wo immer du in Japan auch bist, der nächste Conbini ist gleich um die Ecke. Selbst auf einer verlassenen Insel. - Wie wahr, hätte man auch mit Getränkeautomaten drehen können. Aber Conbinis sind ja nun wirklich überall, und manchmal muss man sich schon fragen, wie diese wirtschaftlich überleben können. Die werden schließlich auch über das Franchise-Prinzip betrieben (glaube ich zumindest).



Der zweite, um Längen netter anzuschauen, ist von der Japanischen H&M-Variante Uniqlo. Dieser Spot für das neue "bura-toppu" zeigt insbesondere einen Einblick in die Japanischen Moralvorstellungen und Regeln. In einem Land, in dem die Schuluniformen höchstens bis zum Bauchnabel (unteres Ende) reichen, ist es nämlich nach wie vor unerwünscht, die Andeutungen der für Neugeborene und Säuglinge wichtigsten Bezugsobjekte in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Darum müssen sich die Modehersteller hier ganz besondere Techniken einfallen lassen, um diese möglichst gut zu "verstecken".



(Die junge Dame heißt übrigens Kazue Fukiishi (吹石一恵), nur der Vollständigkeit halber.)

Kobe - Ikea

Zur Eröffnung des neuen Ikea in Kobe wurde die Monorail, die zwischen der Innenstadt und Port-Island, dem neuen zu Hause von Ikea pendelt, im Ikea-Design ausgestattet.











Da konnte man sich dann schon mal die Vorhänge aussuchen.

Angekommen, mussten wir dann eine gute halbe Stunde warten, bis wir überhaupt reingelassen wurden!





Drinnen gab es dann schon keine Kataloge mehr, die Schweden waren wohl vom Andrang überrascht.

Von Außen sieht die Box aus wie wohl überall auf der Welt.





Es gibt die gleiche Speisekarte:



Und, zu meiner Überraschung, einen Fahrrad-Parkplatz! Mitten auf der Insel.





Als wir gegen 13 Uhr wieder draußen waren, hatte sich die Wartezeit auf 3 Stunden erhöht, was über Lautsprecherdurchsagen in der ganzen Nachbarschaft bekannt gemacht wurde.

Und überall auf dem Weg zu Ikea standen schon die Willkommensmenschen parat, um die Besucher über die Wartezeit zu informieren:



Hier gibt es noch ein paar mehr Bilder von der Ikea-Monorail.