31. Juli 2007

Geldsegen

Another 100,000 yen found stuffed into mailbox at Tokyo apartment complex
Another 100,000 yen has turned up an apartment block in Tokyo's Bunkyo-ku where more than 1 million yen was earlier found stuffed into residents' mailboxes, police said.

Police said a resident contacted police after noticing the cash had been inserted into a mailbox at the apartment complex, which holds 47 households.

The find brings the total amount of cash discovered to 1.91 million yen in 19 households. A total of 15 households received 100,000 yen each, two each received 110,000 yen each, and another two households respectively received 120,000 yen and 70,000 yen.
(Quelle: Mainichi, http://mdn.mainichi-msn.co.jp/national/news/20070731p2a00m0na017000c.html)

So langsam wird der tägliche Gang zum Briefkasten interessant. Irgendwann finden die bestimmt auch unseren, oder? Das hat man also davon, wenn man imemr noch keine Straßennamen und Hausnummern eingeführt hat! - Ich gehe aber mal davon aus, dass irgendeine kriminelle Organisation selten dämliche Geldkuriere beauftragt hat, die zudem ohne Navi in Tokio unterwegs sind...

Rent-a-bike & BigBuddha

Fahrradfahren in Tokio macht eigentlich nicht wirklich Spaß. Zum einen ist die gesamte Infrastruktur auf das Auto fokussiert, und zum anderen kann man sich nie wirklich sicher sein, ob man auch an seinem gewünschten Ziel ankommen wird. Man verfährt sich immer. Ich würde fast behaupten, man braucht ein GPS, um sich halbwegs orientieren zu können.

Nichtsdestotrotz haben wir am vergangenen Sonntag einen Halbtagesausflug gemacht. Da wir derzeit nur ein Fahrrad besitzen, mussten wir uns um ein zweites kümmern. Ob es in Tokio wohl einen Fahrradverleih gibt? Meine Freundin hat nur mit dem Kopf geschüttelt und mich ungläubig angeschaut. Aber google weiß alles besser, und so habe ich herausgefunden, dass speziell unser Stadtteil bereits seit 1992 ein System eingeführt hat. Heute gibt es 7 Verleihstationen, die mit gut 7.000 Fahrrädern ausgestattet sind.



Nerima Town Cycle

Man kann die Räder dort entweder für einen Tag (200 Yen, 1 Euro 20ct) oder einen oder mehrere Monate (1 Monat = 2.000 Yen, ca. 12 Euro) ausleihen.



Nach dem recht unbürokratischen Ausleihprozess (eigentlich hatte ich erwartet, dass ich den Mädchennamen der Mutter meiner ersten Grundschullehrerin irgendwo eintragen muss) sind wir dann Richtung Norden aufgebrochen, mit dem Ziel Arakawa-Fluss und dessen Flussaue.

Die Strecke dorthin habe ich mir in Google Earth zusammengesucht. Hier habe ich herausgefunden, dass man die 3-4 Kilometer bis dorthin an einem Kanal entlang fahren kann. Dies war dann nur zum Teil wahr, zu Beginn sah es noch ganz nett aus, später wurde es doch ziemlich langweilig.





Die Flussaue des Arakawa-Flusses wird vornehmlich durch Sportplätze bevölkert. Hier darf nicht gebaut werden, der Bereich ist Überflutungsgebiet. Aber auch jenseits der Überflutungszone finden sich nur graue Industrie- und Gebwerbegebiete. In Europa wären dies die Prime-Locations für Wohnungsbau, in Japan macht man sich da wohl eher Sorgen um die Moskitos.



Auf dem Rückweg sind wir noch am Jorenji Tempel vorbeigefahren. Hier gibt es einen der 10 größten Buddha-Statuen in Japan zu sehen. Die Tempelanlage ist sehr idyllisch, mit Koi-Teich, verschlungenen Wegen und lustigen Steinskulpturen.









In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es auch einen Friedhof, der die Überreste der ein oder anderen berühmten Persönlichkeit bewahrt.



Alle weiteren Bilder gibt es hier:

Rent-a-bike and BigBuddha

30. Juli 2007

Metropolis


Metropolis ist die wichtigste englischsprachige Zeitschrift in und über Tokio. Zumindest was Veranstaltungstipps angeht.

Die kostenlose Zeitschrift besteht im Wesentlichen aus Werbung und dubiosen Kleinanzeigen. Dazu gibt es jede Woche spezielle Features. Vor einigen Wochen wurden zum Beispiel die besten japanischen Biersorten thematisiert, und diese Woche geht es um Strände in der Nähe von Tokio.

Das Team scheint die Japaner allerdings auch nicht ganz ernst zu nehmen, sie haben einen eher humoristischen Blickwinkel, aus dem sie ihre Artikel und Kommentare schreiben.

So beginnt jede Ausgabe mit einer Sammlung der obskursten Meldungen der vergangenen Woche. Zum Teil sind diese Geschichten kaum zu glauben, selbst die Blöd-Zeitung könnte diese nicht besser erfinden.

In der aktuellen Ausgabe gibt es folgendes zu lesen:

A survey revealed that 56 per-cent of foreigners in Kanto (Greater Tokyo Area) have an “eagerness to communicate with their communities,” but only 10 percent of Japanese want to deal with gaijin in their midst.

Wie gesagt, grundsätzlich scheinen die Japaner Ausländer nicht wirklich zu mögen. Was ihnen allerdings auch nicht wirklich vorzuwerfen ist, schließlich bekommen sie weiterhin von administrativer Seite eingebläut, dass es vor allem die Ausländer sind, die für die Verbrechen im eigenen Land verantwortlich sind (vor allem die bösen, bösen Chinesen...).

Vor einigen Wochen konnte ich zudem lesen, dass weit über 3 Mio. Japaner mit psychischen Problemen (Mental disorder, Geisteskrankheit)zu kämpfen haben. Rein subjektiv würde ich fast behaupten, dass die alle um mich herum leben und arbeiten, aber das kann ja eigentlich gar nicht sein...Wie wäre es mal mit weniger arbeiten, weniger überholter Regeln und mehr Privatleben? Würde bestimmt helfen und diverse Ärzte in die Arbeitslosigkeit treiben.

Metropolis hat auch eine ganz nützliche Internetseite und sendet jede Woche einen einstündigen Podcast, der sich zwar mit den Inhalten der Zeitschrift deckt, aber noch viel lustiger ist. Diese Woche haben sie z.B. einen Menschen angerufen, der bei ihnen eine dieser obskuren Kontaktanzeigen aufgegeben hatte. Wirklich zum Schreien komisch.

http://metropolis.co.jp

27. Juli 2007

Arakawa Hanabi

Sommerzeit in Japan ist Hanabi-Zeit. Hanabi ist der japanische Begriff für Feuerwerk. Hana= Bume, Bi = Feuer/brennen. Im Sommer überbieten sich die Stadtteile in Tokyo und wohl auch überall sonst in Japan mit massiven Feuerwerken. In den Listen werden immer die Anzahl der Feuerwerkskörper genannt. Das berühmteste ist das Sumida-Hanabi mit 22.000 Raketen. Wir haben uns Donnerstag Abend das Arakawa-Hanabi angeschaut, mit 12.000 Feuerwerkskörpern auch nicht ohne.

Hanabi ist eine Art von Sommerfest. Die Veranstaltungen beginnen seltsamer Weise immer um 19:10 Uhr. Und dauern bis zu zwei Stunden. Also kommen zur besten Rushhour noch die Pyromanen dazu. Sehr gute Idee Japan.

Zur Anreise. In Tokyo pilgern natürlich alle zum Feuerwerk. Traditionell gekleidet in Kimono und Yukata, stolpern die Leute also Richtung Veranstaltungsort. Die Züge sind wirklich rappel voll. Ich hatte Mittwoch das Vergnügen mit einer kleinen, stark übergewichtigen und mächtig schwitzenden Japanerin, die sich an mich gelehnt hat...da muss man wohl einfach durch.

Am Bahnhof war es dann noch voller, da sich hier alle irgendwie verabredet haben und sich irgendwie treffen müssen. In dieser Umgebung brüllen die zahlreichen Ordner irgendwelche unwichtigen Ansagen durch ihre Megaphone, und im Hintergrund gab es viel zu laut Wahlwerbung einer Dame, die eigentlich nur minutenlang ihren eigenen Namen durchgerufen hat (jaaaa - schon wieder Wahlen). So war es mir unmöglich, per Mobiltelefon mit meiner Freundin zu kommunizieren, es war einfach zu laut!

Der Weg vom Bahnhof zu dem Flußufer führte dann durch eine recht alte, schmale und historische Straße des Stadtviertels. Hier machen die Läden das Geschäft des Jahres. Zudem sind überall noch zusätzliche Essensstände aufgestellt, was natürlich zu einem großen Problem führt. Wie bereits berichtet, sind die Japaner verrückt nach Essen. So bleiben sie also in der engen Gasse, die vollgepackt mit Leuten auf dem Weg zum Feuerwerk ist, stehen, um sich über die Köstlichkeiten zu informieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Hunger haben oder schon gegessen haben, sie können wohl einfach nicht anders. Um zum Punkt zu kommen, es geht einfach nicht voran, man braucht sehr viel Geduld.

Nach einem knappen Kilometer und 30 Minuten Geduld haben wir es endlich zum Fluss geschafft, just-in-time. Meine Freundin hat leider unsere Decke in ihrem Auto vergessen, also haben wir uns einen halbwegs trockenen Fleck gesucht und es uns auf unseren unterwegs aufgegriffenen Plastik-Werbe-Fächern gemütlich gemacht.

Bevor das Feuerwerk losging, gab der lokale Ortsvorsteher noch seine Grüsse durch ein extrem schlecht ausgelotetes Lautsprechersystem durch, dann wurden alle 28 Sponsoren des Feuerwerks genannt

Anschließend wurden dann Raketen in den Abendhimmel geschossen, was das Zeug hält. Hier macht sich niemand Gedanken über hungernde Kinder in Afrika, sondern genießen einfach das Ereignis.

Während des Feuerwerks war ich diversen im hohen Frequenzbereich ausgestoßenen Entzückungsschreien von der Gruppe weiblicher in Kimono gekleideter Teenager neben uns ausgesetzt. Mir war vorher nicht bewusst, auf wie viele Arten man den japanischen Begriff ”Sugoi” (”super”, ”toll”) aussprechen kann...

Nach einer guten Stunde haben wir uns auf den Rückweg gemacht, mit dem Gedanken, nicht am Ende mit allen anderen Richtung Bahnhof zu ächzen. Leider hatten wir aber Pech, denn eine Durchsage verkündete, dass wohl der finale, größte Feuerwerkskörper der gerade beendeten Performance nicht explodiert sei und nun irgendwo in den dunkeln Flussauen rumliegen müsse, und dass die Polizei diesen zuerst suchen und finden müsse, um die Sicherheit des weiteren Feuerwerks gewährleisten zu können.

Da dies einige Zeit in Anspruch nahm, haben sich auch alle anderen auf den Rückweg gemacht. Und wir mitten drin. Die von den Japanern getragene traditionelle Kleidung samt prähistorischer-Schuh-Vorläufer-Modellen erlauben auch nicht wirklich eine angenehme Gehgeschwindigkeit. Mal wieder wurde unsere Geduld auf die Probe gestellt.

Das Fazit, die Feuerwerke sind wirklich nett anzuschauen, vielleicht nicht ganz so artistisch wie die von spanischen Pyromanen veranstalteten, aber immer hin. Organisatorisch versuchen die Japaner in ihren Möglichkeiten, die Massen halbwegs gesittet zu bewegen. Diese Anstrengungen rufen bei mir immer einen Vergleich mit den organisatorischen Bemühungen zur Veranstaltung des Abiballs hervor "mit bestem Gewissen, aber nicht wirklich professionell". Aber da sich die Japaner ja nicht beschweren, sind am Ende alle glücklich.

Ach ja, hier sind ein paar Bilder und Videos:











26. Juli 2007

Krawattenzwang

In 15 Jahren wirtschaftlicher Stagnation stieg die Arbeitslosenquote in Japan nie über 4,2 Prozent. Auch der Lebensstandard hat sichtbar wenig nachgelassen, jedenfalls in den Großstädten. Die wichtigsten Verlierer der leisen Sanierung von Japans Wirtschaft sind jene, die in den letzten zehn Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind. Oder einsteigen wollten: die sogenannte "verlorene Generation".

Mitte der neunziger Jahre reduzierten viele japanische Firmen die Zahl der Neueinstellungen. Das hat ihnen erlaubt, die Löhne kaum zu kürzen und am Mythos der lebenslangen Anstellung festzuhalten. Die trotzdem benötigten Leute stellten sie immer öfter als Teilzeitkräfte ein, von denen viele Vollzeit arbeiten und gar Überstunden leisten. Nur ohne die Prämien, die soziale Sicherheit und für viel weniger Lohn.


Süddeutsche: Jenseits des Krawattenzwangs

Dies spüre ich am eigenen Leib....

25. Juli 2007

Bambus

Nach einem guten halben Jahr in der Großstadtwüste passieren die seltsamsten Dinge mit mir.

Seit einiger Zeit habe ich meine liebe Freundin schon damit genervt, dass ich doch so gerne meinen eigenen Bambus haben würde. Irgendwie verbindet man doch Japan mit Bambus, oder geht das nur mir so?

Am Wochenende war es soweit, bei Muji haben wir einen kleinen Bambus gekauft. Den passenden Blumentopf und die Blumenerde im 100-Yen Shop. Und ich habe gegärtnert, so dass der kleine Bambus jetzt auf unserem Balkon wohnt, gleich neben meinem Basilikum, dem es gerade ganz gut zu gehen scheint, denn er blüht!

Hätte nie gedacht, dass ich mal in diese Richtung abschweifen würde....



p.s. happy birthday simon

24. Juli 2007

Spät

Heute morgen habe ich meinen Kollegen gefragt, bis wann er gestern im Büro war und gearbeitet hat (ich bin gegen 20 Uhr nach Hause gegangen). Seine kurze und trockene Antwort:
Sooo spät war es gar nicht, gegen 1 Uhr bin ich nach Hause gegangen. Ist ja nur 10 Minuten entfernt von hier, so konnte ich sieben Stunden schlafen, ist doch eigentlich ganz ok, oder?

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen....

22. Juli 2007

Hikarigaoka Natsu Matsuri

Vergangenen Montag Abend haben auch wir bemerkt, dass ca. 500 Meter von uns entfernt das Sommerfest (Natsu Matsuri) unseres Stadtteils stattfindet, nachdem wir diverse junge Mädels in Kimonos gesehen hatten - die Anzeichen waren eindeutig.

Mitten in unserem Park war eine riesige Bühne aufgebaut und es wimmelte von Essensständen. Wie gesagt, die jungen Mädels tragen alle Kimono, was eigentlich sehr ansprechend aussieht. Nur sollten sie die Standard-Louis Vuitton-Handtasche zu Hause lassen.


Ein Sommerfest in Japan kann man wohl mit einer Mischung aus Karneval und Kerwe/Kirmis zu vergleichen.

Bei uns gab es einen Gruppen-Tanzwettbewerb, an dem insgesamt ca. 1.500 Tänzer teilgenommen haben. Tanzgruppen setzen sich aus Mitgliedern aller Altersschichten zusammen, ganz am Ende tanzen meistens die jüngsten mit. Und es gibt immer einen Fahnenschwenker, dessen Job ich nicht machen wollte. Hier einige Videos (Qualität ist leider nicht so toll geworden, hatte nur meine kleine Sony-Digicam dabei):








War schon eine schöne Atmosphäre, auch wenn der Ansager ziemlich viel durch die Gegend geschrieen hat. Essensstände gab es wie Sand am Meer, sah alles recht lecker aus. Außerdem gibt es auf den Festen immer Stände, an denen man Goldfische aus einem Wasserbecken fischen kann. Ist wohl bei den Kindern hier sehr beliebt.


Die Aufführungen auf der riesigen Bühne waren vor allem durch die erleuchtete Skyline unseres Stadtviertels sehr nett illuminiert:



Hier noch ein paar Bilder:







Am Ende hinkt der Vergleich mit der Deutschen Kerwe oder dem Karneval doch ein wenig, schließlich gibt es hier keine Schlägereien lokaler Gangs und auch kein sinnloses Besaufen Minderjähriger. Irgendwie hatte alles Stil, und die Atmosphäre war toll. Wir haben schon nach dem nächsten Sommerfest in Tokyo ausschau gehalten ;-)

Hikarigaoka Natsu Matsuri

Yasukuni Schrein-Fest

Nachdem wir das äußerst amüsante Abenteuer mit der Geldbörse und der Polizei-Box überstanden hatten, haben wir uns wieder auf den Weg zum eigentlichen Ziel des Tages gemacht.

Der Yasukuni-Jinja, ein Shintō-Schrein im Stadtbezirk Chiyoda, gleich in der Nähe meiner Firma. Und an diesem Wochenende fand dort das alljährliche Mitama-Fest statt. Hier werden 5.000 Laternen angezündet und religiöse Tänze aufgeführt, um den Seelen der Gefallenen Soldaten zu gedenken. Genauere Deutungen und Erläuterungen des Festes gibt es hier.

Der Schrein selbst kommt immer mal wieder in die Schlagzeilen, vor allem, wenn der japanische Premierminister ihm mal wieder einen bedeutungsvollen Besuch abstattet.

Zufällig habe ich irgendwo im Internet über das Fest gelesen und Bilder der vergangenen Jahre gesehen. Für Lichter bin ich doch immer zu haben.

Links und rechts entlang der Schreinpromenade waren dann die gelben Laternen installiert, darunter ein Essensstand neben dem anderen. Und mitten drin finden die Tänze statt. Irgendwie wird das Ganze wohl von der Yakuza organisiert, daran scheint sich aber niemand zu stören.

Die jungen Frauen nutzen die Gelegenheit und tragen ihren schönsten Kimono zur Schau. Ist wohl auch eine große Dating-Veranstaltung. Leider hat es an diesem Abend ganz schön geregnet (Taifun), so dass der Besuch nicht wirklich ein Vergnügen war. Am Ende haben wir es abgekürzt und sind völlig durchnässt zurück nach Hause gefahren.

Enttäuschend, vor allem, weil ich nicht die Bilder machen konnte, die ich mir vorgestellt hatte. Ein paar visuelle Eindrücke habe ich dennoch festhalten können:









Yasukuni Jinja Matsuri

19. Juli 2007

Blumen

Blumenliebhaber, aber keinen Garten? Kein Problem, in Tokio geht das auch anders:









*Bilder sind nicht so dolle, hatte nur mein Mobiltelefon dabei und es wurde langsam dunkel...

18. Juli 2007

Koban

Wenn man sich die Dichte der Polizeistationen in Japan so anschaut, könnte man fast meinen, hier würden nur Verbrecher und Gesetzlose rumlaufen. Dem ist aber nicht so, im Gegenteil, man braucht sich eigentlich nie Sorgen um seine Sachen (in den vollgepackten U-Bahnen) oder seine Sicherheit (am Abend und in der Nacht) zu machen. Das ist in Europa doch schon etwas anders.

Trotzdem gibt es überall, meistens an (ehemaligen) Brücken,kleine Polizei-Boxen, die hier Koban genannt werden. Hauptsächlich sucht man diese auf, wenn man nach dem Weg zu einer bestimmten Adresse fragen will. Zusammen mit den stets freundlichen und hilfsbereiten Polizeimenschen sucht man dann auf den sehr unübersichtlichen Papierkarten nach der gewünschten Adresse (technisch sind die dort nicht auf dem Stand der Dinge. Ein PC mit Google Maps würde hier Wunder vollbringen).


Zuweilen stehen die Boxen auch unbemannt in den Nachbarschaften rum, immer offen, mit einem Telefon ausgestattet, und das Licht brennt auch immer. Diese werden wohl nur temporär aufgesucht, sollen aber trotzdem das Gefühl von erweiterter Sicherheit vermitteln.

Am Sonntag, auf dem Weg zum Yasukuni-Schreinfest haben wir ein Portmonai gefunden, es lag einfach so auf der Straße. Was machen? - Nun, meine Chance war gekommen, endlich mal zur Polizei-Box zu rennen und es abzugeben! Bisher habe ich dort immer nur (erfolglos) nach dem Weg gefragt….

Soviel zum Plan.Eigentlich dachte ich, wir würden es einfach dort abgeben und weiter Richtung Schreinfest laufen. Natürlich habe ich mal wieder die japanische Bürokratie unterschätzt. Einfach abgeben ist nämlich nicht, man muss hierfür ein Formular ausfüllen, denn wenn die Fundsache nach sechs Monaten nicht abgeholt wird, geht sie in den Besitz des Finders über. Und, sollte der Besitzer gefunden werden, muss dieser 20% des Bargeldes an den Finder abdrücken.

Somit musste nicht nur das Formular ausgefüllt werden, sondern auch der exakte Inhalt des Portmonais festgestellt werden. Der aufgrund des Schreinfestes ziemlich beschäftigt wirkende Polizeimensch packt also vor unseren Augen alles fein säuberlich aus, zählt das Geld, untersucht jeden noch so kleinen und verwaschenen Papierfetzen und trägt alles ins Formular ein. (Wenn ich mir überlege, jemand müsste das mit meinem Geldbeutel machen – viel Spaß…)

Wie schon von außen vermutet, handelte es sich um eine Studentengeldbörse, es waren also lediglich umgerechnet 12 Euro an Bargeld drinnen, allerdings samt der Jahreskarte für die U-Bahn sowie dem Wohnungsschlüssel. Dies hat mich doch sehr an meine Studentenzeit erinnert, als ich meine Einkäufe im Supermarkt regelmäßig nach dem spärlichen Vorhandensein an Bargeld ausrichten musste – "Natsukashii" (japanisch für "nostalgisch").

Im Portmonai befanden sich 2 x 1.000 Yen, 1 x 100 Yen, 1 x 50 Yen, 2 x 10 Yen und 3 x 1 Yen (soweit ich mich richtig erinnere). Unser Polizeimeister musste hierzu eine Nebenrechnung auf seinem Notizblock anfertigen, dann hat er aber voller Stolz den Gesamtbetrag ins Formular übertragen können.

Wir haben per Unterschrift von der Belohnung Abstand genommen, ebenfalls von der Bekanntgabe unserer Adresse, für den Fall, dass der Eigentümer trotzdem seine Dankbarkeit ausdrücken will. Wir konnten uns wohl beide vorstellen, wie glücklich er über die Rückkehr seiner Habseligkeiten sein würde.

Am Ende hat der nette Polizeimensch meiner Freundin noch freundlicherweise unterstellt, dass sie doch bestimmt Studentin sein – die hat sich vielleicht gefreut!

Die ganze Geschichte hat gute 20 Minuten gedauert (plus 10 Minuten Umweg auf dem Weg zum Schrein), war aber eigentlich ganz lustig, den Bürokratie-Wirrwarr mitzuerleben. Allerdings weiß ich nicht, ob ich nochmal ein Portmonai finden will, wenn das derart in Arbeit ausartet…

Koban @ Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Dban
Inside the Box: http://metropolis.co.jp/tokyo/597/feature.asp

17. Juli 2007

6.8

Ok, am Montag morgen war es endlich soweit, Martin hat sein erstes richtiges Erdbeben mitgemacht. Gegen 10:15 Uhr, ich hatte mir gerade meinen allmorgentlichen Tee gemacht, stand ich noch ziemlich verschlafen in der Küche herum, als das Ereignis eintrat. Wie, Montag viertel nach zehn, und dann gerade aufgestanden? – Keine Angst, hier war gestern “Tag des Meeres”, also Feiertag und frei.

Habe zuerst gar nicht realisiert, dass es sich um ein Erdbeben handelte. Es hat sich auf einmal nur seltsam und anders angefühlt, irgendwas war halt falsch. Dann hat meine Freundin, die mittlerweile unter der Bettdecke Unterschlupf gefunden hatte, “Jishin” gerufen, und mir wurde endlich klar, dass unser Gebäude doch ziemlich hin und her schaukelte. Erdbeben! Während ich in meiner unbekümmerten Aufgeregtheit meine Gedanken zu ordnen versuchte, habe ich natürlich alle Erdbeben-Verhaltensregeln vergessen. Ich bin also nicht unter den Küchentisch geflüchtet, sondern habe mich einfach an diesen gesetzt und staunend die Wellenbildung in meiner Teetasse angeschaut.

Es ging dann doch ziemlich lange, und war beeindruckend. Aber erst am Abend, also wir uns die (japanischen und deutschen) Nachrichten im Internet angeschaut haben, wurde mir klar, dass es doch schon um ein etwas schwereres Beben – immerhin Stärke 6.8 im Zentrum – gehandelt hat. Die unglücklich Verstorbenen wurden alle namentlich im TV bekannt gegeben, sie waren alle jenseits der 75 Jahre und haben wohl in ebenso alten Häusern gewohnt.

15. Juli 2007

Gyoza und Steine

Am Samstag haben wir einen Tagesausflug in die Präfektur Tochigi (100 km nördlich von Tokio) gemacht. Unser Ziel war die Stadt Utsunomiya.

Utsunomiya ist bekannt für die aus China stammende, in Japan aber ebenfalls sehr beliebte Speise Gyoza. Zusammen mit zwei netten Arbeits-Kolleginnen meiner Freundin haben wir uns mit dem Auto früh morgens auf den Weg gemacht, trotz Dauerregen.

Am Abend vorher hatten die drei Mädels schon ausgiebig über den Dress-Code und das Maß der Kriegsbemalung diskutiert. Nur mir hatte man mal wieder nix gesagt, so dass ich aus der Reihe getanzt und völlig ungeschminkt aufgetaucht bin ;-))))

Seit ich hier in Japan angekommen bin frage ich mich, warum die hier alle mit Mini-Vans rumfahren. In Deutschland ist Japan doch eher für seine Kleinwagen bekannt. Heute habe ich gelernt, warum. In Japan mit dem Auto unterwegs zu sein, bedeutet nämlich endloser Stau und eine Reisegeschwindigkeit, die sich trotz des technischen Fortschritts im Vergleich zu den letzten beiden Jahrhunderten kaum verändert zu haben scheint. Hier kommt das Motto "Der Weg ist das Ziel" ins Spiel. Alle Autos sind hier mit den neuesten Navigationsanlagen ausgestattet. Diese zeigen nicht nur den Weg an, sondern spielen gleichzeitig Musik, Videos, sind Telefonbuch und generelles Unterhaltungsmedium. So haben sich die drei Mädels während der knapp 2,5-stündigen Fahrt (für gut 100 km) auch prächtig mit dem Ding amüsiert. Besonders zur Unterhaltung beigetragen haben die Ansagen im Osaka-Dialekt (Osaka-Ben), aber auch die Umschaltung auf englische Kommentare war interessant, vor allem, weil unsere Fahrerin die Kommandos nicht wirklich verstehen konnte.

Auf jeden Fall sind wir gegen 12:30 Uhr angekommen, den genauen Weg zum Restaurant hat uns das Navi verraten. Warum die Stadt so bekannt für Gyoza ist, hat sich mir noch nicht erschlossen. Schließlich gibt es die Dinger überall in Japan zu kaufen. Ach ja, Gyoza sind mit Fleisch oder Gemüse gefüllte japanische Teigtaschen. Und schmecken vorzüglich. Warum man hierfür aber 100 km fahren muss - dies ist wohl eine sehr japanische Eigenart.



Nach dem Mittagessen (wir haben gerade mal 12 Euro für 4 Personen bezahlt, sehr günstig) sind wir weiter Richtung Oya, einem Ort ganz in der Nähe von Utsunomiya. Hier gibt es ein berühmtes Steinabbaugebiet, mit dessen Steinen das berühmte Imperial Hotel in Tokio sowie das Bahnhofsgebäude in Nikko (beide entworfen von Frank Lloyd Wright) gebaut worden sind (habe in weiser Vorbereitung einfach mal "Architektur" und "Tochigi" gegoogelt, so dass wir dem Ausflug auch noch einen kleinen kulturellen Touch verleihen konnten).

Unser Navi hat uns zuerst zweimal mitten in den Wald gelotst. Mit etwas Glück haben wir es aber dann doch noch gefunden.

Den unterirdischen Abbaustollen zu besichtigen bedeutet einen Abstieg in gut 35 Meter Tiefe, wo es dann auch sehr kühl wurde. Wohl so um die 5-7 Grad, die Mädels haben alle fürchterlich gefroren, wir waren aber alle zutiefst von der Anlage angetan. Vor allem die Atmosphäre aufgrund der spärlichen Beleuchtung, aber auch die Ausmaße der Tunnel waren beeindruckend. Hier finden von Zeit zu Zeit auch spezielle Konzerte statt, Hochzeiten kann man hier unten ebenfalls abhalten. Und während des 2. Weltkrieges haben die Japaner hier unten heimlich Flugzeuge zusammengebaut.






An die Rückfahrt erinnere ich mich kaum noch (obwohl es gerade erst einen Tag her ist), er war aber dominiert von Frauengesprächen (die zudem ja noch in japanisch stattgefunden haben). Also eher uninteressant für mich.

Noch mehr dunkle Bilder gibt es hier:
Oya Stone Museum


Etwas schickere Bilder hier:
http://kengaku.org/photo/ooya/

13. Juli 2007

89%

Heute haben wir hier 89% Luftfeuchtigkeit. Zum Glück scheint die Sonne nicht, trotzdem werde ich mir morgen überlegen, mit Schwimmflügeln aus dem Haus zu gehen - man kann ja nie wissen. Für Sonntag hat sich dann auch noch ein Taifun angekündigt, wir sind schon alle ganz nervös. Im 14. Stockwerk sollten wir davor aber sicher sein.

12. Juli 2007

Mittagspause

Was macht der gemeine japanische Workaholic eigentlich in seiner (betrieblich mehr oder weniger festgeschriebenen) Mittagspause?

Nun, zuerst einmal scheint hier die Gleitzeit-Regelung noch nicht erfunden. So kommt es, dass wirklich alle Punkt 12 Uhr die Büros verlassen. An den Restaurants bilden sich somit lange Schlangen, aber hier warten die Leute ganz geduldig. Dies wird offensichtlich nicht als “Zeitverschwendung” angesehen.

Hat es der Businessman dann in die Essensstube seiner Wahl geschafft, wird meistens in der Aktion des Hinsetzens bestellt (die Karte konnte er ja schon während seiner Wartezeit studieren). Sobald das Mittagsmenü dann eintrifft, geht die Veranstaltung erst richtig los! Jetzt realisiert der arme Arbeiter, dass er durch die dumme Warterei draußen in Zeitnot ist, und verschlingt so sein Mittagessen innerhalb weniger Minuten. Dass muss man echt selbst erlebt haben! Während ich noch meine Stäbchen auspacke und voneinander trenne, ist die Schüssel neben mir schon halb leer. Begleitet wird dies alles von “Lauten”, die jedes Kind in Europa einen Klaps auf den Hinterkopf einfangen lassen würden. Nach drei Minuten ist das Schauspiel dann vorbei, den letzten Bissen noch zwischen den Backenzähnen, wird hektisch nach der Bedienung und der Rechnung gerufen. Ein Vergleich mit einer Raubtierfütterung wäre gar nicht mal so unangebracht…

So, jetzt hat der gute Arbeiter aber immer noch etwas von seiner Mittagspause übrig. Ist er alleine unterwegs, wird sein nächstes Ziel der 24-Stunden Convenience-Store sein. Hier stehen die Pinguine dann dicht gedrängt vor dem Zeitschriftenregal und lesen Comics. Japanische Mangas. Auf dem Cover räkeln sich japanische Schönheiten im Bikini, im Innern sind einfache Comics zu lesen. Dass sollten die mal in einem beliebigen Zeitungskiosk an einem deutschen Bahnhof versuchen, da gibt von der 50-jährigen kettenrauchenden Eigentümerin aber mächtig was zu hören.

Is(s)t man mit Kollegen unterwegs, geht es anschließend noch zu einer der üblichen Kaffeehaus-Ketten. Hier wird dann kalter Kaffee (“Iced”) getrunken (im Sommer und Winter) und geraucht was das Zeug hält. Gestern sind wir vor unserem lokalen Starbucks wirklich in eine Rauchwolke gelaufen, unbeschreiblich.

Es geht aber auch anders. Ist man den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs (der Lieferverkehr ist hier unglaublich hoch), stellt man sich einfach bei laufendem Motor und Klimaanlage an den Straßenrand und schläft eine Stunde. Die Hauptverkehrsstraßen halten hierzu überall einen seitlichen Haltestreifen vor, der dann nur dazu einlädt, noch mehr CO2 in die Luft zu blasen.

Ich mache allerdings weiterhin meine Mittagspause nach deutschem Muster, wann und wo es mir gefällt, sehr geruhsam. Und bin trotzdem nach einer Stunde wieder zurück im Büro ;-)

11. Juli 2007

New Town Houses in Tokyo

Heute mal was in englischer Sprache :-)

Nakai is part of Tokyo's Shinjuku ward, one of the major hubs in the city. Even though being just a ten minute train-ride away from the center of business activity in Tokyo, it still manages to preserve a rather human-scale building structure, mainly dominated by detached single family houses (zoning and building restrictions might play a role in this game). Typically, these are 2-3 level high wooden houses, newer ones pre-fabricated “plastic homes”, some modern concrete blocks, all close to the street and rarely including gardens.

Walking though the neighborhood’s winding streets these days, it is easy to notice that things are changing. New developments start every day, one “old” house – something like 30 years is considered “old” in Tokyo - is replaced by a handful of new ones. Building plots with a size of 300 or 400sqm are populated by as many as six new houses, including ground level parking.




Try to zoom-in and use the aerial-picture to experience what I mean.

Normally, everywhere in Tokyo and Japan, single family houses are nothing to become excited about. IMHO, most of them are really boring. No money seems to be spent on façade design - all houses look similar, especially as they all inherit one of maybe ten basic facade designs available amongst money-focused housing developers. (hey, everybody carries around the very same ipod, wears the same sneakers and handbags, so why not live in identical-looking houses, who cares?).

Typical examples of contemporary single-family houses Tokyo/Japan-Style:






From time to time, better and more interesting projects can be found in Tokyo. One of them is for sure the New Town-Houses Project in Nakai (the official title is “Court Décor Yonnosaka”). The site is a fair five minutes’ walk away from Nakai Seibu-Shinjuku-Commuter-Line Station, and seven minutes to the nearest subway station. The size of the site is just over 2,100 square meters, (0.2 hectares), nevertheless does the master plan schedule as many as 28 houses to be realized here!


The design of local mastermind architect Itsuko Hasegawa was chosen out of a design competition. The “New Town Houses” – whatever the advertisement slogan wants to tell us by this, are somehow connected to each other, somehow not connected, and some houses have up to six direct neighbors (and you thought two neighbors are already tough…).


The overall layout and elevation tributes to the slope-alike site, and make it look like a terrace. All houses feature a roof terrace, and are laid out over three levels (5x5m-ground-floor plus several annexes, mainly 2LDK & 3LDK, sized between 73 and 117 sqm). The new homes seem to pay tribute to the aging society, as they are all equipped with a small personal elevator.






Constructed out of concrete, the closely arranged building cubes will create many shaded spots, something essential for the hot and humid Tokyo climate. In addition to the 28 buildings, a “cultur room” is shared by the future inhabitants, included in a monthly fee for facility management (between 18.700 and 30.000 Yen, relative to the floor size).

The development is advertised as ecological community. All homes are equipped with a Japanese system called Ecocute (a high efficiency heat pump water heater using a natural refrigerant (CO2)). Another important fact is that some trees located on the site had to be preserved and had to be included in the overall design.

It looks like every unit will use its very own air conditioning, and gas has been abandoned from use in the kitchen in favor of electrical ovens. Even though the roofs could easily deal with some panels, I cannot find any clues for solar energy use. Taking a look inside the building, everything is nicely arranged around last-century air-condition machines.

The elevated wall towards the street, a result caused by the underground (street level) parking, really puts out the question why these buildings are called town houses. Isn’t it the direct interaction with the (public) street that makes up the main character of a classical Town House, along with the terraced layout? Frankly speaking, this set of houses looks more like a closed service complex for elderly people. One entrance on the left, one on the right, the only interaction with the street is the entrance to the parking floor. Welcome to the new private-city (I should mention that it is highly unpopular with the Japanese people to live on ground floor, for whatever reasons, they feel it is unsafe.). The “Culture Room” might be a nice idea, though it will probably be empty during five days a week.

Personally, I have to admit that the idea and the overall design looks interesting, especially in a rather unspectacular housing-surrounding like Tokyo. Fitting 28 houses on 2,100 square meters is something very “tokyoesque”, a design with 22 or 24 houses would have been even more appealing to me. But maybe this is where the development company comes in and asks for the bit of extra profit to make out of the site. A 102.12 square meter Town House will sell for 129,000,000 Yen, approx. 750,000 Euro equiv., so there is a reasonable explanation for squeezing some more cubes in.


A great thing is the consequent use of the roof as accessible green terrace, especially in a place like Tokyo (btw, schools have been utilizing the roof as playground area for ages already, it’s about time other buildings learn their lesson from it). Sadly, for the site does not make any efforts to form a (semi-)public outdoor space to meet and rest, talking from one roof terrace to the other might turn out as a new way of communicating.

There are no information available about the estimated, anticipated energy consumption of the buildings, and no information about state-of-the-art insulation techniques (as far as I can understand the Japanese explanations). This is what I would be interested in, especially with the eco-movement being in full bloom at the moment.

It seem quite a generous waste of space to layout the structure over three levels and adding both stairways and an elevator to every single cube (and the stairways are far to narrow as if they could be considered of living space in any kind). So I would be curious about how much percentage of the overall development is devoted to the inner access of the buildings.



After all, I am looking forward to visit this project again from time to time just to see how it will develop. For I am sure this development and architect Hasegawa-Sama will receive great honors, respect and a good reputation.

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